Die Speicherkrise im Jahr 2026 sorgt für ungewöhnliche Marktbewegungen. Da DDR5-RAM kaum bezahlbar ist, weichen chinesische Nutzer in großer Zahl jetzt sogar auf DDR3 aus. Die Absatzzahlen für entsprechende Mainboards haben sich vervielfacht.

Rückkehr der DDR3-Technologie
Das Jahr 2026 startet mit einer großen Marktverschiebung. So steht mit DDR5 eigentlich ein schneller Speicher zur Verfügung. Doch in den letzten Wochen rücken aufgrund von explodierenden Preise immer mehr die günstigeren Vorgänger in den Fokus der Endverbraucher. So sind ältere AM4-kompatible Ryzen-Prozessoren plötzlich extrem beliebt. Entsprechend hat Asus angekündigt, die Produktion von DDR4-Mainboards wieder hochzufahren und Samsung verlängert die Fertigung von DDR4-RAM. Doch auch hier schnellen die Preise schon in die Höhe, was verzweifelte Anwender jetzt zu noch älteren Komponenten greifen lässt.
So gibt es auf dem chinesischen Markt gerade ein massives Interesse an der fast 20 Jahre alten DDR3-Technologie. Besonders gefragt sind dabei Kombinationen aus älteren Mainboards und Intel-Prozessoren der sechsten bis neunten Generation (Skylake bis Coffee Lake). Zwar unterstützen diese CPUs offiziell oft DDR4 oder DDR3L, doch findige Mainboard-Hersteller in China produzieren weiterhin Platinen, die diese Prozessoren mit regulärem, günstigem DDR3-Speicher paaren. Für viele preissensible Nutzer bieten diese Komponenten, die technisch eigentlich längst zum alten Eisen gehören, offenbar das einzige verbliebene Schlupfloch, um noch funktionale und günstige PCs zusammenzustellen.
Wie Foren-Nutzer auf Board Channels (via VideoCardz) berichten, sei der Absatz von DDR3-Mainboards zuletzt um das Zwei- bis Dreifache gestiegen. Dieser Anstieg korreliert direkt mit den extremen Preisen für modernen Arbeitsspeicher, bei dem allein ein DDR5-Kit inzwischen ein Vielfaches dessen kostet, was noch vor einem Jahr üblich war.
Alte Systeme werden ausgeschlachtet
Einer der Treiber für dieses Phänomen ist die gigantische Verfügbarkeit ausgemusterter Büro-Rechner. Durch das im Oktober 2025 endgültig erfolgte Support-Ende für Windows 10 wurden Millionen von Office-PCs außer Dienst gestellt. Sie fluten den Markt mit günstigen DDR3-Modulen und kompatiblen CPUs, die nun ein zweites Leben in Low-Budget-Systemen finden. Für einfache Aufgaben wie Web-Browsing oder Office-Anwendungen reicht die Leistung dieser Systeme oft noch völlig aus.
Wer primär viel Arbeitsspeicherkapazität benötigt, aber auf die absolute Bandbreite von DDR5 verzichten kann, findet hier eine Nische. Ein System mit 64 Gigabyte DDR3-RAM ist auf dem Gebrauchtmarkt für einen Bruchteil des Preises eines modernen 32-Gigabyte-DDR5-Kits realisierbar. Dennoch bleibt der Rückgriff auf einen 2007 eingeführten Standard ein Kompromiss, der die desolate Lage des aktuellen Hardwaremarktes deutlich unterstreicht.
Habt ihr noch alte Hardware im Keller, die ihr angesichts der aktuellen Preislage reaktivieren würdet?
Zusammenfassung
- Aufgrund hoher DDR5-Preise erleben DDR3-Speicher in China ein Comeback
- Absatz von DDR3-Mainboards ist um das Zwei- bis Dreifache gestiegen
- Chinesische Hersteller produzieren Mainboards für Intel-CPUs mit DDR3-Support
- Support-Ende von Windows 10 im Oktober 2025 liefert viele gebrauchte Systeme
- 64 GB DDR3-RAM kosten deutlich weniger als moderne 32 GB DDR5-Kits
- Der Rückgriff auf 2007 eingeführte Technik zeigt die prekäre Marktlage


